Der Wachauer Marillenweg in Krems Angern

Spaziergang im Marillengarten. Ein Obstgarten wie eine Parklandschaft.

 

Der Wanderweg führt zu Marillenbäumen der Familie Aufreiter, die bis zu 17 Meter hoch sind und charaktervolle Kronen tragen. An den Raststationen entlang der Marillenbaumwanderung ist wissenswertes über die Wachauer Marille zu erfahren, über die Arbeit im Obstgarten, über die Vielfalt in der klein strukturierten Landschaft.  Überall dazu gibt es Ausblicke donauaufwärts und donauabwärts.

 

Der Rundweg beginnt am Fuß des Schlosses Wolfsberg in Angern. Der ursprüngliche Gutshof wurde im 17. Jahrhundert zu einem Schloss erweitert. Es war lange Zeit im Besitz des Stiftes Göttweig sowie im Besitz des Ritters von Drasche (ein Ziegelei- und Bergwerksbesitzer). Während des Ersten Weltkrieges waren im Schloss Flüchtlinge untergebracht. Von 1934–1989 gehört das Haus dem Order der „Dienerinnen des heiligsten Herzens Jesu“, die es als Erholungsheim für Kinder nutzen. Die Kinder von damals werden sich wohl oft und gerne an die Marillengärten der Umgebung zurückerinnern.

Der Marillenweg kreuzt einen anderen Themenweg, der sich mit den Ziegeleien und dem Braunkohleabbau in Oberfucha beschäftigt. Bis in die 1950er Jahre wurden, aufgebaut durch den k.-k. Ziegelfabrikanten Drasche Ziegelöfen sowie ein Braunkohlebergwerk im Gebiet von Oberfucha betrieben. Nachdem der Betrieb eingestellt wurde, wurden die Brennöfen abgetragen – stattdessen pflanzte man Marillenkulturen. So kommt es, dass in Oberfucha der Marillenbau im großen Stil begann, als anderswo in der Wachau die Bäume umgeschnitten und an deren Stelle wieder Rebkulturen ausgepflanzt wurden. Die Marillenbäume, die im Gebiet zwischen Oberfucha und Angern stehen, gehören somit zu den ältesten der Wachau und sind wahre Riesen.

 

Ausblicke auf das Benediktinerstift Göttweig und die Wetterkreuzkirche begleiten die Marillenwander während ihres Rundganges.  Auf einem Höherücken östlich von Angern steht die Wetterkreuzkirche. An ihrer Stelle stand früher Wetterkreuz, das Gewitter und Unwetter abhalten sollte. Doch das Holzkreuz wurde durch ein Unwetter zerstört. 1651 wurde an seiner Stelle mit dem Bau einer Kapelle begonnen, die später zu einer Kirche erweitert wurde. Immer mehr Menschen aus der Umgebung kamen hierher zur Wallfahrt, und ein Einsiedler hatte die Aufgabe die einsam gelegene Kirche zu betreuen. 1882, 1913 und 1920 wurde die Wetterkirche jeweils durch Blitzschlag und Brand schwer beschädigt. So gut es ging, wurde sie in der Zwischenkriegszeit wieder instand gesetzt, um schließlich 1945 von der Wehrmacht als Beobachtungsposten missbraucht und von Granattreffern beschädigt zu werden. Die schicksalsreiche Geschichte der Wetterkreuzkirche bewegt viele Besucher, und treue Wallfahrer kommen alljährlich hierher.